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Josie, 2 Jahre - Trennungstrauma

Sie hat eine schwierige Kindheit gehabt: Wann und wie sie von Mutter & Geschwistern getrennt wurde und wie sie dort behandelt wurde, ist unklar. Fakt ist nur, dass sie dann bei einem älteren Herrn lebte, der sie aus irgend einem unersichtlichen Grund nur in seinem Flur hielt und bei dem sie ausschließlich Trockenfutter bekam.

Da der damalige Besitzer zudem immer wieder stationär behandelt werden musste, wurde die Katze regelmäßig in fremde Hände gegeben. Jeder der "Betreuer auf Zeit" schaffte sich nach Rückehr von Josie zu besagtem Herren anschließend eine eigene Katze an. Also konnte Josie nicht wieder zu dieser Betreuungsstelle zurück.

Die schönste Motivation ist für mich natürlich, wenn Katz & Mensch nach der Therapie wieder glücklich sind. Deshalb möchte ich an dieser Stelle neben aller Beschreibung der Services von Katze auf der Couch auch ein paar meiner Patienten vorstellen:

So durchwanderte sie innerhalb ihrer ersten 2 Lebensjahre (Schätzung, genaue Daten existieren nicht!) wohl neben ihrem "ersten Zuhause im Flur" über 6 Adressen - jedes mal ein neues Territorium, neue Gerüche, neue Menschen, neue Umgebung, keinerlei bekannte Anhaltspunkte.

Dann kam Josie in die Obhut ihres heutigen Besitzers. Natürlich war sie mittlerweile vollkommen verstört und zeigte erste Symptome einer Angststörung. Glücklicherweise rief mich der neue Besitzer gleich zu Beginn zu Rate, denn er kannte sich auch noch kaum mit Katzen aus. Ich besprach mit ihm die optimale Behandlung der Kleinen, gab ihm allerlei Tipps und Ratschläge, wie er ihr die Eingewöhnung so leicht wie möglich machen könnte und stand ihm telefonisch für allerlei Nachfragen in Sachen "allgemeine Katzenhaltung" zur Verfügung. So konnten wir Josie recht zügig stabilisieren. Heute ist sie sehr entspannt und freundlich, zeigt sich sogar Besuchern gegenüber aufgeschlossen und zeigt sehr deutlich ihre liebevolle Dankbarkeit für diesen tollen, neuen Besitzer.

Zitat des Besitzers nach der Konsultation: "Seit Kurzem habe ich eine Katze. Da ich noch sehr unerfahren mit diesen Tieren bin, holte ich mir erst einmal Rat bei Katzeaufdercouch! Hat super geklappt. Sehr kompetent. Weiter so!"

Layla, 2 Jahre - ängstlich

Sie wurde mit wenigen Wochen als Kitten gefunden. Von der Mutterkatze fehlte jede Spur, wenigstens waren die Kittengeschwister dabei. Etwas zu früh wurde sie dann von ihren Geschwistern getrennt und wuchs unter recht "stillen" Bedingungen auf.

Als die Besitzerin mich konsultierte, zeigte Layla erste Symptome einer Angsstörung. Wann immer es beispielsweise an der Wohnungstür klingelte, verschwand sie und versteckte sich unter dem Bett. Besuchern begegnete sie ängstlich.

Da Layla mit 2 Jahren noch recht jung, daher noch nicht "sozial erwachsen" und in ihrer Angststörung noch nicht manifestiert ist, können wir sie noch an diverse Umweltreize gewöhnen. Ich empfahl der Besitzerin die geeignete Bachblüten-Medikation und leitete sie in diversen einfachen, aber effektiven Methoden an, ihre Katze schrittweise an verschiedene Situationen zu gewöhnen. Nach der Konsultation schickte ich ihr eine schriftliche Zusammenfassung der diversen Empfehlungen, damit sie sich daran orientieren kann. Wir sind weiterhin telefonisch in Kontakt und sie berichtete mir kürzlich, dass Layla schon erste Fortschritte macht: Beim Klingeln beispielsweise verschwindet sie nicht mehr unter das Bett, sondern bleibt immerhin an der Wohnzimmertür. Unter den gegebenen Umständen wird aus Layla keine extrem kontaktfreudige Draufgängerin mehr werden können, aber mit etwas Geduld kann man sie soweit stabilisieren, dass sie im normalen Alltag keinen Angststress mehr hat.

Zitat der Besitzerin nach der Konsultation: "Das war echt super, dass Du vorbeigekommen bist und ich habe jetzt auch ganz viele neue Anreize bekommen. Prima. Auch die schriftliche Zusammenstellung finde ich sehr hilfreich und habe ich mir gleich ausgedruckt. Dann kann ich immer mal wieder drüber schauen und kontrollieren ob ich auch alles berücksichtige.

... Weißt Du, was ich noch super finde? Kein Tipp von Dir kostet nun wirklich Unsummen und fast alles (Karton, Klingel, Besuche, Wassernäpfe etc) ist komplett gratis. Perfekt! Ich bin sehr zufrieden mit meiner Katzentherapeutin! Danke nochmal und bis bald."

Sie ist das traurige Beispiel dafür, was aus Layla vielleicht geworden wäre, wenn Laylas Besitzerin nicht frühzeitig fachkundigen Rat eingeholt hätte.

Sandy wurde -wie viele Hauskatzen- zu früh von der Mutter getrennt und wuchs in einer extrem reizarmen Umgebung als Einzelkatze auf. Im Laufe der Jahre entwickelte sie eine zunehmend massive, generalisierte Angststörung: Besucher bekommen sie fast gar nicht zu Gesicht, an Spielen zeigt sie kaum bis gar kein Interesse und auch mit der Klobenutzung klappte es schon sehr lange nicht mehr. Die Besitzerin konsultierte mich leider erst sehr spät, als die Unsauberkeit überdimensionale Züge annahm (regelmäßig Kot im Wohnzimmer).

Entsprechend wäre die Therapie bei Sandy sehr viel langfristiger und erforderte viel Geduld. Nach 3 Monaten blieb Sandy (bei meinem Besuch) nun mittlerweile immerhin soweit entspannt liegen, dass ich das nebenstehende Foto schießen konnte, anfassen durfte ich sie nicht.

Sandy, 10 Jahre - extrem ängstlich & unsauber

Da die Besitzerin leider kaum Eigeninitiative zeigte, was die vorgeschlagenen Maßnahmen für die notwendige langfristige Therapie anging (z.B. angeleitetes Spiel zur Stärkung des Selbstbewusstsein der ängstlichen Katze, Gabe einer speziellen Bachblütenmischung), haben wir keine nachhaltigen Fortschritte erzielen können.

Die Mithilfe des Patientenbesitzers ist für den Erfolg der Therapie von entscheidender Bedeutung! Besonders die Therapie einer schweren und bereits lang andauernden Störung kann sehr aufwändig und langfristig notwendig sein. Bitte seien sie sich darüber im Klaren, dass Arbeit und Geduldsproben auf sie zukommen, wenn sie eine Therapie für ihre Katze beginnen.

Lucky, 5 Jahre
- aggressiv & unsauber

Lucky ist ein Mischling, in dem "ein bisschen Abessinier rebelliert". Wie die meisten Abessinierkatzen ist er sehr aktiv, kletterfreudig und hat einen großen Bewegungs- und Spieldrang. Er lebt ohne Partnerkatze und/oder Freigang in einem reizarmen Umfeld und bekommt wenig Gelegenheit, sein lebhaftes Temperament und seinen enormen Jagdtrieb auszuleben.

Aber er ist nicht dumm! Da er nun ziemlich "gelangweilt" ist, sucht er sich eben selbst seine Spielgelegenheiten: Gegenstände, die von Regalen fallen, sind ihm genauso eine willkommene Abwechslung wie von der Wand fallende Dekoteller. Natürlich fallen diese Dinge nicht von allein herunter, aber mit einer geschickten Pfote kann man da ja nachhelfen... Auch vorbeigehende Menschenbeine eignen sich aus seiner Sicht hervorrangend für Jagdspiele und so springt er seine Besitzerin gern im Vorübergehen von hinten an. Das gefällt natürlich nur ihm... Nächtliches Vokalisieren (umhergehen und dabei "rufen") und eine schließlich auftauchende Unsauberkeit (Protestpinkeln auf dem Bett) rundeten das Bild ab: Lucky leidet unter Kontaktarmut und umgerichteten Jagdaggressionen, die er nirgendwo abbauen kann. Das frustriert ihn (und mich auch sehr, wenn ich ehrlich bin).


Ich empfahl der Halterin diverse Aktivitäten, die den Jagdtrieb auf das Spiel hätten umlenken können, gab detaillierte Anleitungen zu Spielen und Beschäftigungsmöglichkeiten für den gelangweilten Kater und schlug die Anschaffung einer passenden Partnerkatze vor.


Leider ist Luckys Besitzerin nicht dazu bereit, etwas für den Kater zu tun außer mit ihm zu schmusen, was er aber dankend ablehnt.


Auch hier gilt: Ich bin keine Zauberin. Ich kann nur Verständnis für die spezifische Situation vermitteln, passenden Rat geben und zur Selbsthilfe anleiten. Der Patientenbesitzer muss sich darüber im Klaren sein, dass vor allem sein eigener Umgang mit dem Tier die ausschlaggebende Kraft in der Lösung des Problems ist.


Nachtrag, ein Jahr später: Soeben erfuhr ich durch einen Anruf, dass die Besitzerin mittlerweile verstärkt mit ihm spielt und aktiv auf der Suche nach einer Partnerkatze für Lucky ist. Drücken wir ihr die Daumen, dass schnell ein passender Partner für Lucky gefunden wird, mit dem er nach Herzenslust jagen & toben kann.

Joshi, 1,5 Jahre - hochaggressiv & gefährlich für Menschen

Joshi hat "mich das Fürchten gelehrt"... Der arme Kerl wurde zu früh von seiner Katzenmutter und den Geschwistern getrennt, hatte sein erstes Lebensjahr einsam in einer reizarmen Wohnung ohne Katzengesellschaft oder Freigang verbracht und sich dort "zu Tode gelangweilt". Dann wurde er wohl übergriffig und die Besitzer seiner überdrüssig. Sie gaben ihn in's Tierheim. Dort konnte man sich naturgemäß ebenfalls nicht so ausdauernd um ihn kümmern, wie er es gebraucht hätte und auch Freigang kam hier natürlich nicht in Frage. Ein erster Versuch, ihn mit einer anderen Katze zu vergesellschaften, ging grandios in die Hose: Die arme, kleine Katze wurde von Joshi so lang im Quarree gejagt bis die Pflegerinnen das verängstigte Tier lieber wieder separierten. Die Langeweile blieb bestehen, der Frust stieg in's Unermessliche und er attackierte jeden, der sich zu ihm wagte. Zum Schluss traute sich nur noch eine der erfahrenen Katzenpflegerinnen überhaupt in Joshi's Gehege...

Kenzo, 9 Jahre - unsauber

Kenzo ist ein recht schüchterner Kater, der zwar aus dem Haus dürfte, sich aber nicht traut. Plötzlich wurde er anhaltend unsauber und die Besitzer waren irgendwann so verzweifelt, dass sie Kenzo in's Tierheim geben wollten. Das Tierheim schickte sie zu mir.


Kenzo war vermutlich schon in der Welpengruppe eher ein Underog, denn schon als Kitten war er nach Angaben der Besitzer recht ängstlich und wurde auch von den Geschwistern gemobbt,  gegen eine zweite Katze konnte er sich nicht durchsetzen und schon immer schlang er sein Futter sehr hektisch – aus Angst, jemand ranghöheres könnte es ihm wegnehmen... Häufige Besitzerwechsel mit unklärbaren Vorkommnissen und Erlebnissen für den Kater hatten diese Veranlagung vermutlich weiter verstärkt. Nun lebte der Kater in einer Familie, wo die Geburten mehrerer Kinder ihm weitere Aufmerksamkeit entzogen, was ihn in seiner rangniedrigsten Position noch weiter verunsicherte. So sehr, dass er sich genötigt sah,„Schilder“ mit seinem Namen (Harnmarkierungen) an für ihn relevanten Stellen aufzustellen, um potenzielle Feinde abzuwehren. Er fühlte sich demnach in seinem Zuhause nicht sicher.


Die Orte, die er sich für seine Unsauberkeit aussuchte, waren aus Katzensicht logisch: Beispielsweise bepinkelte er regelmäßig eine Wand eines Kinderzimmers (Außengrenze des Wohnbereichs). Diese Wand grenzte an einen Raum, in dem häufig Lärm gemacht wurde und der für den Kater nicht zugänglich war. Dies war für den Kater eine Stelle, die er sichern musste, denn er konnte die Geräusche, die dort unmittelbar durch die Wand kamen, nicht zuordnen. Sie ängstigten ihn einfach nur, stellten eine Bedrohung dar.


Da die Familie über das ständige Urinieren auf persönliche Gegenstände nicht besonders erfreut war, spitzte sich die Situation immer weiter zu, die Familienmitglieder wurden immer "böser" auf ihn, er wurde entsprechend ängstlicher, markierte mehr, was die Stimmung weiter vermieste ... und so drehte sich die Spirale abwärts.


Mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen und begleitender Medikation auf naturheilkundlicher Basis, die darauf abzielten, einerseits die Harnmarkierung als Instrument abzugewöhnen und andererseits die Angst als Auslöser des Fehlverhaltens zu mildern, konnte das Verhältnis zwischen allen Familienmitgliedern wieder entspannt werden.


Bei meiner Nachfrage einige Monate später konnte die Besitzerin mir berichten, dass Kenzo seit Umsetzung der Maßnahmen nicht mehr unsauber geworden sei.

Nelly, 3 Jahre - aggressiv (Beißattacke auf Besitzerin)

Nelly lebte ohne Katzengesellschaft in einer Wohnung ohne Möglichkeit, höher gelegene Stellen aufzusuchen. Ihre Herkunft vom Bauernhof veranlagte sie schon grundsätzlich dazu, einen starken Drang nach Jagd- & Beutespielen zu entwickeln, der aber überhaupt nicht befriedigt wurde: Viele Spiel- und Beobachtungsgelegenheiten oder Freigang gab es dort nicht. Auch die Menschen spielten nicht besonders oft mit ihr. Kurz: Ein ziemlich langweiliges Gefängnis für eine Katze. Hin und wieder machte sich Nelly Luft, indem sie nach einem vorübergehenden Bein schlug. Weitere eindeutige Indizien für ihre Langeweile waren die Tatsache, dass sie begonnen hatte, regelmäßig die Tapete abzulecken, sich selbst übermäßig zu putzen, wenig zu schlafen und immer wieder vokalisierend (das ist eine Art Jaulton) durch die Wohnung zu laufen "Es möge sich doch bitte mal jemand mit mir beschäftigen!!".


Wie so oft, ertrugen die Besitzer tapfer ihre gelegentlichen Angriffe ohne Rat bei einem Spezialisten zu suchen. Als Nelly dann aber eines Tages richtig aggressiv wurde und des Nachts ihre Besitzerin ansprang und ihr so in's Bein biss, dass sie ärztlich versorgt werden musste, suchte sie Rat beim Tierheim (mit dem Hintergedanken, das gefährliche Tier dort möglicherweise abgeben zu können) und die schickten sie zu mir. Es ist natürlich äußerst ungut, wenn man sich vor dem eigenen Vierbeiner fürchten muss! Also fuhr ich spontan für eine Konsultation zu Nellys Familie.


Mit Hilfe verschiedener Tipps zur Gestaltung einer reizvolleren Umgebung für die Katze (inklusive der Empfehlung einer Partnerkatze versteht sich), Ratschlägen für das Verhalten im Ernstfall eines Angriffs und einer angeleiteten Spieltherapie konnte das Problem schnell behoben werden.


Bei meiner Nachfrage einige Monate später, erklärte man mir, die Katze würde nicht mehr angreifen - nur ab und an, wenn nicht genügend mit ihr gespielt wurde, dann würde sie schon mal einen ihrer kleinen Angriffe starten... Aber da wissen die Besitzer ja jetzt, woher es kommt und wie man es verhindert! Auch die Anschaffung einer Partnerkatze war nach einem anstehenden Umzug geplant. Hoffen wir für Nelly auf baldigen Katzenfamilienzuwachs.

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Dann wurde ich zu Rate gezogen. Joshi war mittlerweile so aggressiv geworden, dass er schon gar nicht mehr auf das mitgebrachte Spielzeug reagierte, sondern sofort Hände & Beine anpeilte. Nach zwei schweren, in keiner Weise von ihm angekündigten Attacken auf mich, die trotz Schutzkleidung blutig endeten und mir eine noch heute sichtbare Erinnerung in Form einer Narbe verschafften, war klar: Joshi hat eine schwere umgerichtete Jagdaggression in Kombination mit fehlender Beißhemmung und möglicherweise sogar noch einer dyssozialen Persönlichkeitsstörung! Diese Kombination ist die schlimmste, denn sie birgt höchste Gefahr für den Menschen. Ein solches Tier kann man nicht vermitteln und selbst die Pflege gestaltet sich wegen seiner Attacken schwierig: Er war so begierig nach Jagd, dass er auf alles losging, was sich bewegte. Im Rahmen eines Tierheimes kann man das schon aufgrund der knappen zeitlichen Ressourcen kaum behandeln - also schlug ich zum ersten und einzigen mal tatsächlich den Einsatz von Psychopharmaka vor, denn in normalem Zustand war er überhaupt nicht mehr zugänglich. Die behandelnde Tierärztin bat ich um Ausschluss einer Hyperthyreose, denn eine Schilddrüsen-überfunktion kann auch für ein solches Verhalten verantwortlich sein – und dann hilft die beste Therapie nichts! Aber er hatte keine Hyperthyreose.

Ein Zufall machte die Medikation dann glücklicherweise unnötig: Im Außengehege beschnupperten Joshi und eine andere junge Katze sich freundlich am Zaun, so dass die Pflegerin den Versuch wagte und die andere Katze zu ihm ließ. Die zwei hatten sich gesucht und gefunden! Fortan jagten sich die zwei Katzen gegenseitig durch's Gehege und bald waren beide ganz entspannt und ausgeglichen. Mittlerweile sind beide vermittelt und leben glücklich zusammen auf dem Land mit viel Freigang.  :-))

Bonny, 9 Jahre - schwer traumatisiert und hochängstlich

Bonnys Besitzerin rief mich an und war vollkommen verzweifelt. Ihre Katze, die früher gern draußen spazieren ging, traute sich nicht mehr hinaus und noch viel schlimmer: Sie hatte bereits 3 Monate auf dem Schlafzimmerschrank verbracht, bevor die Besitzerin von der Möglichkeit einer Verhaltenstherapie für die Katze erfuhr. Ganz tapfer hatte die ältere Dame der Katze Futter und Katzenklo auf den hohen Schrank hochgeschafft und voller Mitleid auf Besserung gehofft...


Bei meinem ersten Besuch floh Bonny sogleich aus der Katzenklappe nach draußen, aber da sie sich dort ebenfalls sehr unsicher fühlte, kroch sie quasi flach auf dem Boden nur unter das nächste Gebüsch, wo sie offenbar darauf hoffte, dass ich möglichst schnell wieder verschwinde.


Nach einiger Detektivarbeit ergab sich dann folgende Situation: Bonny hatte zunächst eine menschliche Bezugsperson verloren. Dann kurz darauf verstarb ihr Hundefreund (der ebenfalls in dem Haushalt gewohnt hatte) und wieder keine 4 Wochen später kam einer neuer und für Bonny fremder Hund. Das verunsicherte die Katze stark und hatte zur Folge, dass sie beim Freigang von anderen Katzen gemobbt wurde. Die ganze Situation steigerte sich immer weiter bis ein von draußen durch die Katzenklappe in die Wohnung eingedrungener fremder Kater sie auf ihrem eigenen Territorium überfiel, sie verprügelte und dann ihr Futter stahl. Das war endgültig zu viel für Bonny.


Mit sehr viel Geduld und Engagement der Besitzerin konnte unter Zuhilfenahme einer speziell für Bonny kombinierten Bachblütenmischung tatsächlich wieder das alte Selbstvertrauen hergestellt werden.


Bei meiner letzten Nachfrage berichtete mir die Besitzerin glücklich, dass Bonny „wieder zutraulich geworden ist, jetzt auch wieder raus geht und sogar einen Umzug gut überstanden hat.“ Auch das Putzen, dass sie in der schweren Phase fast gänzlich eingestellt hatte, betreibt sie jetzt wieder in normalem Maße.

Maunzie, 9 Jahre - unsauber

Maunzie wurde plötzlich unsauber und auch in diesem Fall war die Suche nach der Ursache das reinste Detektivspiel: Am Ende stellte sich heraus, dass Maunzie sich über eine fremde Katze aufregte, die dort durch den Garten stromerte. Durch Urinmarkierungen versuchte Maunzie dieser Fremden klarzumachen, dass sie doch bitte wegbleiben möge.


Einer meiner Ratschläge lautete, einen Lappen, mit dem der Urin vom Parkettboden aufgenommen worden war, mal für einen Tag und eine Nacht vor die Tür auf die Terasse zu legen und zu schauen, ob die Katze in der folgenden Nacht wieder das Gefühl haben würde, die fremde Katze mit Markierungen abhalten zu müssen. So wurde der Uringeruch für die Menschen nicht mehr wahrnehmbar ausgesperrt, aber die Katze konnte sich noch sicher fühlen – und siehe da: Am nächsten morgen rief mich die Besitzerin an und teilte mir mit, dass die fremde Katze einen Kothaufen daneben hinterlassen hatte. Nun waren wir sicher, dass es sich um eine fremde Katze handelte, die es abzuhalten galt, um Maunzie nicht in Aufregung zu versetzen, und konnten gezielt vorgehen.


Bei meiner telefonischen Nachfrage einige Monate später berichtete mir die Besitzerin, dass Maunzie „wieder ein ganz anderes Tier geworden“ sei und jetzt wieder „entspannt liegen“ würde – von Unsauberkeit keine Spur mehr. Auch wurde zwischenzeitlich um den Garten herum ein Katzenzaun installiert, damit die fremde Katze nicht mehr auf die Terasse kommen kann. „Es war nett und sehr hilfreich, wie sie uns beraten haben. Sonst hätten wir ja gar nicht gewusst, woher das Problem kam.“

Bonny & Krümel, 9 Wochen - Kitten-Training

Diese beiden zuckersüßen Kätzchen kamen in die Hände unerfahrener, aber verantwortungs-voller Besitzer, die sogleich ein Kitten-Training bei mir buchten. Da die Kitten eigentlich viel zu jung abgegeben wurden (man sollte Kitten erst mit 12 Wochen von ihrer Mutter trennen!), ist es umso wichtiger, gleich jetzt richtig mit ihnen umzugehen, um wieder gut zu machen, was noch wieder gut zu machen ist. Und so versetzte ich die Besitzer auch gleich in Staunen, indem ich ihnen zeigte, wie sie das Vertrauen der bisher handscheuen Krümel gewinnen können – nach 5 Minuten saß Krümel zufrieden auf meinem Schoß... ;-)

Rocky, ca. 3 Jahre - unsauber

Rocky wurde einfach vor dem Tor des Franziskus-Tierheims abgestellt, weil er unsauber war. Klicken Sie auf das Standbild links und sehen Sie den Beitrag über Rocky mit Frank Weber vom Tierheim und mir bei Hundkatzemaus.

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Pimms (9 Jahre) & Helena (1 Jahr) - Einsamkeit / Zusammenführung

Pimms war ein einsamer Kater, der dringend Gesellschaft brauchte. Die Besitzerin bat mich, zu beurteilen, ob Pimms nach dem Tod des Bruders (Autounfall) einen neuen Katzenkumpel gebrauchen könnte und wenn ja, einen zu finden. Ich fand die ideale Besetzung: Die kleine Helena aus Griechenland. Sie verzauberte Pimms in Windeseile und auch die Menschen sind ganz hingerissen von ihr. Sehen Sie einfach selbst:

Helena (1 Jahr) & Martha (1 Jahr) - Einsamkeit / Zusammenführung

Nachdem Pimms tragischerweise nur wenige Monate nach Helenas Einzug schwer an Krebs erkrankte und verstarb, musste für die soziale Helena unbedingt eine neue Katzengefährtin her und es klappte wieder mindestens genauso prima :-) Man könnte mittlerweile glauben, die beiden seien Schwestern:

Herr Meier & Orfeo (beide 11 J.) treffen auf Julie & Katia (beide 1 J.)

Ein Sonderfall: Eine Frau mit zwei Katern bat mich darum, mindestens eine, vielleicht sogar zwei weitere Katzen für ihre Kater zu suchen. Ein besonders kompliziertes Unterfangen, denn bei der Vergrößerung einer Gruppe von 2 auf 4 Katzen steigt die Anzahl der zu regelnden Beziehungen der Katzen untereinander von 2 auf 12! Da kann eine Menge schief gehen, wie ich aus leidvoller Erfahrung meiner Patientenbesitzer weiß... Ich war also zunächst sehr skeptisch, sah dann aber ein, dass die beiden Kater beide massiven Bedarf für einen Katzenpartner hatten, der jeweils Bedürfnisse abdecken musste, die der jeweils andere Kater nun einfach so gar nicht erfüllen konnte und wollte. Herr Meier brauchte dringend jemanden zum Spielen, Orfeo jemanden zum Schmusen. Ich suchte... und fand: die total verspielte Julie und die schmusige Katia. Hier der Film zum Einzug der Beiden:

Einige Wochen später bekam ich die Info der Patientenbesitzerin, dass sich die beiden Jungkatzen prima eingelebt haben und diese beiden schönen Fotos, die zeigen: Es wird gespielt und geschmust und alle sind zufrieden! :-)

Handaufzucht Mila trifft auf Jungkatze Minosch (beide unter 1 Jahr)

Die verzweifelte Besitzerin rief mich an. Diverse „Experten“ hatten ihr gesagt, dass bei ihrer kleinen Handaufzucht nun „nichts mehr zu retten sei“ und sie „ein Leben lang ein Problemfall“ sein würde. Dann war sie an mich verwiesen worden, falls ich vielleicht doch noch etwas retten könnte... Ja, es stimmt: Wenn eine kleine Katze schon mit 7 Tagen von ihren Artgenossen getrennt wird, hat sie Defizite in der Entwicklung ihrer Sozialkompetenzen. Gewissen Bahnen im Gehirn werden einfach gar nicht angelegt, können also auch nicht benutzt werden... Aber Mila war doch noch so klein. Da wollte ich mich nicht geschlagen geben! Es musste möglichst schnell eine passende Spielgefährtin für sie her, mit der sie noch „Katz“ lernen konnte. Gesagt, getan. Ich suchte und fand die richtige für Mila: Minosch! Die erste Begegnung war natürlich (auch für mich) sehr aufregend, denn man konnte ja nicht wissen, wie Mila reagieren würde. Natürlich war sie zunächst entsetzt, als sie die fremde Katze traf.

Aber Minosch war einfach genau die richtige „für diesen Job“ und so beruhigte sich Mila verhältnismäßig schnell und schon kurze Zeit später bekam ich Nachricht von der Besitzerin, dass die beiden sich gut vertragen:


„Den "Mi-Mis" geht‘s soweit prima. :) Rekord waren 4,5 h spielen! Yawp. Auf mir drauf geht kuscheln auch schon ganz gut. Nachts im Bett gibt man sich noch etwas pikiert, vor allem auch, wenn Minosch Mila putzen möchte! Haha, dann rollt sie mit den Augen und setzt sich entrüstet zurück. Sie sieht aus, als wäre sie verunsichert, weil sie es heimlich ganz gut finden würde. Vielleicht liegts an Minoschs "foetor ex ore", sie hat nämlich ne ziemliche gingivitis; wer will da schon "gebusselt" werden. ;) Manchmal will Mila ihr Köpfchen geben, reisst sich dann im letzten Moment aber doch zusammen! So sehr will sie sich dann doch nicht gehen lassen.

Minosch kommt jeden Tag ein kleines Bissl mehr an, ist auch nicht einfach für sie. Ich habe ihr gezeigt, dass mein Name in ihrem Impfpass steht, dokumentenecht, und dass sie jetzt ganz sicher hier wohnt. Ich geb die zwei nicht mehr her! (Wer hätte das gedacht!? Ich zeitweilig nicht, grins.)

...

Insgesamt ist Mila eigentlich nicht wirklich verhaltener mir gegenüber geworden, dafür bin ich aber sicherer geworden. Habe mehr Humor und weniger Angst, evtl mehr Verständnis? Minosch kuriert mich mit ihrer Gelassenheit auch ganz gut. Und natürlich die Frau von Katze auf der Couch nicht zu vergessen!! Du hast mir da echt geholfen!!! Strahl.

Ohne Dich würden die 2 MiMis nicht bei mir wohnen. Danke!!“

Tiffy (1,5 Jahre) & Jimmy (1 Jahr) - Missglückte Zusammenführung

Die alteingesessene Katze Tiffy sollte einen Katzenfreund bekommen. Also suchten die Besitzer den jungen Kater Jimmy aus. Leider ging die Zusammenführung schief, weshalb sie mich zu Hilfe riefen. Vor Ort stellte ich fest, dass die beiden Katzen prinzipiell schon gut zusammenpassen, aber Katze Tiffy war noch recht skeptisch gegenüber dem draufgängerischen Jimmy. Auch Frauchens Angst, dass die beiden sich möglicherweise nicht verstehen könnten, half nicht... Tiffy, die eine sehr enge Bindung zu Frauchen hat, bezog Frauchens Unsicherheit auf den neuen Kater und wurde entsprechend noch skeptischer... Mit einigen Therapiemaßnahmen (zu denen u.a. die räumliche Trennung mit Sichtkontakt zählte) konnten wir die beiden zügig aneinander gewöhnen und so klappte die Zusammenführung dann beim zweiten (von mir begleiteten) Versuch auch schon viel besser. Hier die ganze Geschichte: